Kinderprostitution und sexualisierte Gewalt

Unfährige Gesellschaft

Merkwürdig ist, dass die Gefährdung von Kindern von der Gesellschaft als gegeben hingenommen wird. Es werden Kinder trainiert, stark zu werden und aufzupassen – die Gesellschaft bleibt schwach und schaut weiterhin weg. Wäre das anders, würden sich gesellschaftliche Umgangsformen herausbilden, die sexualisierte Gewalt ächten und damit langfristig verhindern. Dass sich das in unserer demokratischen Gesellschaft nicht entwickelt hat, ist nicht zu verstehen. Es scheint an dem mangelnden Willen der Aller zu liegen, sich ernsthaft für die Belange der Kinder und Jugendlichen einzusetzen. Hier muss ein neues Nachdenken über die Umsetzung von Kinder- und Menschenrechten, über eine notwendige Veränderung der Gesellschaft entstehen.

 

In den Fußstapfen der Erwachsenen

Auch viele Jugendlichen nehmen, von den Erwachsenen entsprechend geprägt, die sexuelle Gewalt als normal hin. Jungs treten in die Fußstapfen ihrer „Vorbilder“ und lernen früh deren Sicht, wie zum Beispiel mit Mädchen umzugehen ist. Dabei ist zu beobachten, dass durch Konsum verschiedener Medien der Trend verstärkt wird, sexuelle Gewalt zu verharmlosen. Auch sehr junge Mädchen bekommen bereits Sprüche und Angebote zu hören. Sie werden ständig in Situationen gelockt, die gefährlich sind. Dies ist ein für die ganze Gesellschaft gefährlicher Prozess.